Sonne wie Winter von Matthias B. Krause

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Infotext:

Warum Tom eines Morgens plötzlich in den Flieger nach Ust-Kamenogorsk steigt, wissen wir nicht – und er weiß es genauso wenig. Doch auch ohne die Sprache der Kasachen zu sprechen findet er Freunde: den Kommissar, den Arzt, und natürlich ist da noch Irina. In einem Land, das er nicht versteht, in dem jeder und alles ihm fremd ist, wo die Plattenbauten wie Felsen aus dem Boden ragen, kann Tom endlich freier atmen.
«Jetzt habe ich es kapiert: Es geht nicht um Fortschritt. Es geht nicht um eine Erfahrung. Nein. Es geht in jedem einzelnen Moment einfach nur darum, in genau diesem Moment das Richtige zu tun.»

 

Das Cover (bitte auf das Bild klicken für den Download in hoher Auflösung)

Matthias B. Krause
Sonne wie Winter
Von einem der auszog, nichts zu finden
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Taschenbuch, 12 x 18 cm, 176 Seiten
1. Auflage ab September 2009
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ISBN: 978-3-86608-117-8
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VK: 9,95 Euro
Pressebilder Matthias B. Krause:

Interview:

Hallo Matthias, leider können wir uns nicht persönlich zum Interview treffen, da du sehr weit weg bist. Wo bist du und warum?
Ich residiere in Sumy in der Ostukraine. Da bin ich Lektor der Robert-Bosch-Stiftung, unterrichte ganz prosaisch Deutsch, mache kleinere Projekte mit meinen Studenten und sehe zu, dass ich mich im Osten verliere. Guter Job.

Wie hat es dich dorthin verschlagen?
Interessante Frage. Denn obwohl es mich eigentlich immer Richtung Sonnenuntergang zieht, reise ich doch faktisch dem Sonnenaufgang entgegen. Da müsste ich mal drüber nachdenken … Vielleicht gehe ich ja auch unbewusst zurück nach Kasachstan, dann wäre ich jetzt auf halber Strecke. Und einen schöneren Streckenposten auf dem Weg ins Nichts als Sumy kann ich mir wirklich nicht vorstellen.

Dein Erstlingsroman beim Ubooks-Verlag heißt «Sonne wie Winter». Um was geht es dabei?
Vielleicht um Würde? Vielleicht um ein Lachen im Wind? Auf jeden Fall um Straßenstaub, der am Fenster vorbeizieht. Und um den, der hinter diesem Fenster liegt und mit seiner Flasche Wodka dem Staub hinterherschaut. Um einen Kommissar, schwarzer Schnurrbart, schwarzes Lachen. Um die Steppe. Um China im Rücken und Gras in den Lungen. Um einen roten Lada. Um das madagassische Bruttosozialprodukt.

Okay. Anders gefragt: Was ist die Kernaussage?
Ich habe schon seit meiner Kindheit eine ausgeprägte Abneigung gegen Fabeln. Deshalb habe ich versucht, mir jede Kernaussage zu verkneifen – auch wenn‘s manchmal schwer war. Es liegt an euch zu bewerten, ob es mir gelungen ist. Wenn ihr aber unbedingt eine Aussage wollt: Ein Leben in Würde existiert – man muss es nur suchen. Vielleicht.

Hast du Teile deines Romans selbst erlebt? Er klingt stellenweise etwas autobiografisch.
Ha! Meine Lieblingsfrage! Darauf würde ich wahrscheinlich gerne «ja» antworten. Ist aber zum Großteil nicht so. Wenn ich es selbst erlebt hätte, hätte ich es ja nicht schreiben müssen, oder? Was ich aber auf jeden Fall selbst erlebt habe, sind die Sonne und der Wind. Was ja auch schon mal nicht wenig ist.

Was reizt Dich, dort zu leben, wo du gerade bist?
Reizen? Das ist vielleicht das falsche Wort. Vielleicht faszinieren. Und auch die Faszination ist nur sehr schwer zu greifen. Das ist, als ob man mit einem Radio ein äußerst schwaches Signal auffangen will. Dazu braucht es ein feines Händchen – und verdammt viel Übung. Und trotzdem verliere ich manchmal das Signal. Um es dann wiederzufinden.

Wenn Länder eine Farbe hätten, welche Farbe hätte für dich Deutschland und welche Kasachstan?
Kasachstan – stahlblau. Deutschland – grau-rosa: Telekomfarben.

Die Sonne spielt eine zentrale Rolle in deinem Buch, warum?
Das ist der einzige Teil des Buches, der zu Hundert Prozent autobiografisch ist. Wenn ihr mal in einem beliebigen Regionalzug einen Typen am versifften Fenster klebend den Sonnenuntergang über dem Gewerbegebiet verfolgen seht – das bin wahrscheinlich ich.

Wer ist der beliebteste Musiker zur Zeit in der Ukraine?
Ich bin‘s nicht. Was ja irgendwie für die Ukrainer spricht. Aber ihr könnt ja mal bei YouTube «Okean Elzy bez boyu» oder «Skay te sho treba» eingeben. Gute
Sachen.


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