Presseseite Andy Strauss

Alpträumer (Oktober 2010)

Ein Reporter liebt eine Frau. Kurz darauf zündet sie sich an. Dann passieren verschiedene Dinge. Ein Bär räumt in einer Discothek auf, ein echter Bär. Der Schützenverein rettet die Nacht. Irgendwie stecken alle unter eine Decke, sie ist kariert. Am Ende passiert noch etwas Unerwartetes.

Der Roman, bestehend aus 24 Scherben oder Splittern, alle scharf, funkelnd und fesselnd wie Diamanten, erzählt die Geschichte einer Region, die abgehängt scheint vom nach Wohlstand und Mehr strebenden Deutschland. In diesem Landstrich, den die Zeit zu vergessen droht, zwischen Schraubenfabrik und Schützenverein, entfalten sich Schicksale und Geschichten, wie sie nur aus der Feder von Andy Strauß stammen können.

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Establishmensch ( August 2009):

In zahlreichen Geschichten und Texten taucht Andy Strauß in den nur vordergründig normalen, meist sehr skurilen Alltag seiner Protagonisten ein, beobachtet und seziert sie, bis der Wahnsinn aus ihnen heraustropft. Das sammelt er dann ein und zeigt es herum.
Ich habe einmal beobachtet, wie der bärtige, Hut tragende Nachbar vom Hutmacher sein ganzes Zimmer in einen Koffer gepackt hat. Erst nur den ganzen Kleinkram, dann die Bilder, sein Bett, die Tapete, Badewanne, alles rein, ganz unnachgiebig. Als das Haus leer war, packte er es auch hinein, zuletzt noch den Gartenzaun und die Nachbarskinder, wahrscheinlich, weil er ohne deren Genöle morgens nicht wach wurde ...
Andy Strauß, seines Zeichens erfolgreicher Poetry Slammer, Musiker, Künstler und charismatischer Gedankenverdreher. Mit seinen Texten, Lesungen und Aktionen würde er Kafka begeistern, begeistert stattdessen aber ein stetig wachsendes Publikum.

 

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Pressebilder Andy Strauss (bitte auf das Bild klicken für den Download in hoher Auflösung):
      

Interview:

Hallo Andy. Woher sollte man Dich kennen?
Moin Andreas! Bin mir gar nicht sicher, ob man mich tatsächlich kennen sollte. Aber können könnte man, und wenn man das tut, dann entweder von irgend einer Bühne oder von den WDR Poetry Slams. Ansonsten kennen mich viele Leute bestimmt auch aus Kneipen, da sitz ich nämlich auch viel rum.

Du fällst im Internet besonders durch Deine zahlreichen YouTube Filmchen auf. Warum machst Du diese Filmchen?
Jetzt gerade habe ich mein 100. YouTube-Video gefeiert. Die meisten Videos zeigen Leute, die sagen, wer oder was Andy Strauß ist. Diese Reihe erweitere ich immer noch. Gestartet habe ich sie, als ständig in den Medien war, dass Arbeitgeber ihre zukünftigen Angestellten bei Bewerbungsgesprächen mit Dingen konfrontieren, die sie über sie ergoogelt haben. Wenn ein zukünftiger Arbeitgeber so etwas bei mir vorhaben sollte, wird er viel Geduld mitbringen müssen, um am Ende festzustellen, dass die ganze Googelei ihm gar nichts gebracht hat. Ich glaube, ich habe ein generelles Problem mit zukünftigen Arbeitgebern.

Auch darüber hinaus bist Du sehr aktiv, Dein Tourplan ist dicht gepackt. Wie kam das, andere jammern, es gäbe so wenig Möglichkeiten zu lesen?
Das habe ich mir ehrlich erarbeitet, obwohl Arbeit in diesem Zusammenhang nicht passt. Als ich mit dem Vorlesen angefangen habe, tat ich das auf Poetry Slams. Die Dinge, die ich da gemacht habe, waren dann einfach anders als der Kram, der da bisher so vorgetragen wurde. Da das Poetry Slam-Netzwerk ziemlich gut funktioniert, wurde ich, weil ich gut war, schnell in andere Städte eingeladen und dann wieder in noch andere und so weiter. Mittlerweile bekomme ich fast täglich Einladungen irgendwo zu lesen. Gute Texte und guter Vortrag, das wird’s sein.

Ist Establishmensch Dein erstes Buch?
Jo, in dieser Form schon. Ich habe ab und zu mal für irgendwelche Trash-Fanzines geschrieben oder Comics gemalt und in der einen oder anderen Off-Literatur- Zeitschrift veröffentlicht. Aber so eigenes Buch, jo, da ist es das Erste.

Und um was geht es da?
Der erste Teil erzählt die Geschichte eines Arschlochs, ohne das Arschloch selbst zu beschreiben. Gezeigt werden nur Personen, die durch das Arschloch beeinflusst sind. Der zweite Teil handelt von Menschen, die in derselben Gesellschaft wie alle anderen sind, aber irgendwie anders damit umgehen.

Siehst Du Dich als Künstler, und wenn ja, welchen Anspruch muss/soll/ darf ein Künstler haben?
Klar! Sobald man Ideen hat und diese umsetzt, ist man Künstler. Und das mache ich. Und zwar mit fast jeder Idee. Und zur anderen Frage: Schwer. Kannst du mir da Antwortkategorien vorgeben wie bei «Wer wird Millionär»? Nein? Hmm. Also. Das Grundgesetz gesteht der Kunst vorbehaltlos Freiheit zu. Wenn man also die Möglichkeit hat, zumindest auf einem Gebiet ganz frei zu sein, dann sollte der Künstler den Anspruch haben, diese Freiheit zu nutzen. Egal welches Projekt, wenn man meint, es ist wichtig, dann sollte man es machen.

Prophet oder Soziopath, welche Bezeichnung passt besser zu Dir?
Soziopath und Prophet sind beides schöne Wörter für Spinner (lacht und zupft an seinem Bart). Ich schätze schon, dass ich mit einigen Dingen, die ich so mache, Leuten die Augen öffnen kann, also da passt der Prophet. Und wirklich soziopathisch sind nur die Leute in meinen Geschichten.

Du stehst zu Deinen Wurzeln, sagst Du. Wie äußert sich das?
Mir sind Leute unsympathisch, die, sobald sie in eine Stadt gezogen sind, sagen, dass sie da herkommen. Ich bin gebürtiger Ostfriese, meine Wurzeln stecken quasi im flachen Land, direkt hinterm Deich. Ich bin jetzt kein Traditionalist, der in der Kleidung von Menschen rumrennt, die vor 100 Jahren in Ostfriesland gelebt haben, aber ich trinke schon noch gerne Tee, rede, wenn ich will, ostfriesisch und breche Leuten die Nase, wenn sie Ostfriesenwitze machen.


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