| Harry
S. Morgan ist Europas erfolgreichster Pornoproduzent und seit über
dreißig Jahren im Geschäft und hat alles miterlebt. Die Anfänge
des Business bis hin zur Verleihung der goldenen Venus, sowohl die großen
Pornodrehs mit großem Set und Budget, als auch die Amateurdrehs.
Christoph Straßer hat den Mann mit der Mütze über ein
Jahr lang begleitet und mit ihm dieses umfangreiche Buch über sein
Leben, aber auch die Hintergründe
der Erotikbranche verfasst.
Dabei hebt sich Straßers Schreibstil wohltuend von den üblichen
Biografien ab. Mit scharfem Blick für die Absurditäten des
Alltags bleibt er stets objektiv und kommentiert mit spitzer Feder auf
höchst unterhaltsame Weise das Leben am Pornoset.
Christoph
Straßer
Harry S Morgan
30 Jahre im Geschäft – Der Pornotalk
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Hardcover
15 x 21 cm, 288 Seiten
1. Auflage ab März 2010
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ISBN: 978-3-86608-125-3
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VK: 19,95 Euro
Interview:
Harry
S. Morgan, das Urgestein des deutschen Pornos, zu interviewen, ist leichter
gesagt, als getan. Da er ständig unterwegs zu sein scheint, besuchen
wir ihn an einem Porno-Set, um kurz mit ihm über seine bald erscheinende
Biografie zu sprechen.
Christoph Straßer ist ebenfalls anwesend, angeregt unterhält
er sich mit Erotik-Superstar Vivian Schmitt, die nur in Netzstrümpfen
auf einem Sofa
sitzt und auf ihre nächste Szene wartet.
Harry,
du bist jetzt seit über dreißig Jahren als Fotograf und Regisseur
im Pornogeschäft. Warum erscheint deine Biografie erst jetzt und
nicht schon vor zehn Jahren?
Ich habe mich vorher einfach nie mit dem Gedanken beschäftigt,
eine Biografie zu schreiben. Bis jetzt. (Grinst) Mittlerweile halte
ich mein Leben auch für spannend
genug, um daraus zu berichten.
Deine
Biografie hast du ja gemeinsam mit Christoph Straßer geschrieben.
Du hast lange Zeit als Journalist gearbeitet, lag da der Gedanke nicht
nahe, das Buch alleine zu schreiben?
Nein, mir war wichtig, dass ich einen Katalysator habe. Hätte ich
alles selbst geschrieben, wäre das Buch etwa 2 000 Seiten stark.
Für den Leser wäre zudem
eine ewige Selbstbeweihräucherung einfach nur stinklangweilig geworden.
Von daher war es gut, jemanden zu haben, der mich auch mal bremst und
sagt: «Harry,
das brauchen wir nicht.»
Und
wie war die Zusammenarbeit mit Christoph Straßer?
Sehr gut. Ich war natürlich froh, einen Autor zu haben, der sich
mit dem Thema Porno wesentlich besser auskennt als der normale Zuschauer,
weil es mir die Arbeit erleichterte. Ich konnte reden, ohne permanent
Kleinigkeiten erklären zu müssen. Außerdem ist Christoph
wesentlich jünger als ich, quasi eine andere Generation, was ihm
einen anderen, objektiveren Blick auf meine Person ermöglicht,
als das vielleicht bei jemandem der Fall wäre, mit dem ich schon
seit Jahrzehnten zusammenarbeite. Ich glaube, dass gerade diese Tatsache
das Buch auch für jüngere Leute interessant macht.
Was
erwartet den Leser? Ein Buch für Pornofans?
Zunächst einmal keine konventionelle Biografie, die trocken alle
Stationen abhakt. Ich glaube, wir haben mit der Biografie ein witziges
Buch geschrieben, das dennoch einen Überblick über den bedeutendsten
Teil meines Lebens präsentiert und in dem sich der Leser auch wiederfinden
kann. Gerade wenn es um meine Pärchenfilme geht, gibt es sicher
die ein oder andere Stelle, an der der Leser sagt: «Stimmt, so
geht es mir auch.» Aber natürlich kommt auch jeder auf seine
Kosten, der sich für das Thema Porno interessiert.
Gerade
wenn Menschen aus einer speziellen Szene kommen, neigen sie dazu, sogenannte
Enthüllungsbücher zu schreiben. Warum du nicht?
Warum sollte ich das tun? Wenn jemand anfängt, andere bloßzustellen
oder es zu versuchen, dann ist das doch nichts weiter als reine Selbstdarstellung.
Das liegt
mir nicht. Abgesehen davon soll das Buch für alle Leser interessant
sein, nicht nur für irgendwelche Insider. Wenn ich jetzt also schreibe,
dass der X dem Y
1992 tausend Mark geklaut hat, wer hat da was von? Der Leser, der diese
Leute wahrscheinlich gar nicht kennt, sicher nicht.
Okay,
letzte Frage: Das Buch endet mit dem Satz: «Fortsetzung folgt».
Kommt noch mehr?
Vielleicht. Ich wollte das Ende einfach offen halten. Vielleicht schreibe
ich ja in zehn oder zwanzig Jahren noch ein Buch. Eine allumfassende
Biografie, die mein Leben vollständig abdeckt. Ich habe ja noch
viel vor, es wird also sicher noch etwas zu berichten geben. Das schreibe
ich dann aber alleine, weil es gut werden
soll.
«Das kannst du dir abschminken», lacht Christoph
vom anderen Ende des Raumes. Harry S. Morgan schüttelt lächelnd
den Kopf. «Befreit mich doch jetzt bitte von diesem Typen!»
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